+++ Haben Sie sich auch schon die Frage gestellt - "Bin ich Alkoholiker oder bin ich Co-Alkoholiker" - was ist das ? Wie kann ich mir, meinem Angehörigen, Kollegen oder Freund helfen ? Diese Seite gibt Ihnen umfangreiche Antworten auf Ihre Fragen und hilft Ihnen, sich über dieses Thema ausführlich ( mit umfangreichen Beiträgen - die einen Großteil der Thematik abdecken -, Videos und ausgewählten Links ) zu informieren - egal wo oder wie Sie leben. Sie haben hier die Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkohol, Alkoholismus und Abhängigkeit vertraut zu machen. +++

 

 

 

 



 

In Prüfungen stellen Narren Fragen, die Weise nicht beantworten können.

- Oskar Wild ( irisch-englischer Schriftsteller )





Tipps zur MPU  ( Medizinisch-Psychologische-Untersuchung )

 




Warum MPU ? - Nehmen wir einmal an, Sie haben Probleme mit Ihrem Führerschein bekommen und die Führerscheinstelle hat Zweifel an Ihrer Fahreignung. Dann muss die Verwaltungsbehörde entscheiden, ob Sie Ihre Fahrerlaubnis behalten dürfen oder - nach Entzug - eine neue Fahrerlaubnis bekommen.
Die Behörde zieht hierzu fachlichen Rat zur Hilfe und verlangt die Vorlage eines Gutachtens einer amtlich anerkannten Medizinisch-Psychologischen-Untersuchungsstelle ( MPU ). Diese Untersuchungsstelle muss neutral, unabhängig und fachlich besonders qualifiziert sein.

 

Das Medizinisch-Psychologische Institut ist seit 1954 amtlich anerkannt. Ihre Untersuchungsstellen verfügen über eine langjährige gutachterliche Erfahrung. Ihre Verkehrpsychologen und Verkehrsmediziner arbeiten nach bundesweit einheitlichen Richtlinien.

 

Im Jahr 2000 wurden 110.000 MPU´s verkehrsauffälliger Kraftfahrer durchgeführt. Diese Aufgabe wird von ca. 140 amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) unter Fachaufsicht der BAST ( Bundesanstalt für Straßenwesen ) wahrgenommen.

Als Faustregel gilt: Ein MPU-Gutachten ist immer erforderlich bei Führerscheinentzug mit einer Blutalkoholkonzentration von über 1,6 Promille und bei Wiederholungstätern ( Bleibt 10 Jahre in der Akte ).


Welche Bedeutung hat das Gutachten ?

Das Gutachten hilft der Behörde bei der Entscheidung, ob jemand in der Lage ist, zukünftig sicher und zuverlässig als Kraftfahrer am Straßenverkehr teilzunehmen.


Wann verlangt die Behörde das Gutachten ?

Werden der Führerscheinstelle " Tatsachen bekannt, die Bedenken gegen die Eignung begründen ", kann u. a. eine MPU angeordnet werden. Damit werden nicht die Fahrfähigkeiten in Frage gestellt, sondern die charakterliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges. Die Beweispflicht der Eignung liegt beim Betroffenen und nicht bei der Fahrerlaubnisbehörde sowie immer dann, wenn die Führerscheinstelle aufgrund des bisherigen Fehlverhaltens befürchten muss, dass ein Kraftfahrer künftig erheblich gegen Straßenverkehrsbestimmungen verstoßen könnte und damit andere Menschen und sich gefährdet.

 

Ein MPU-Gutachten kann Ihnen also helfen, die Verwaltungsbehörde davon zu überzeugen, dass Sie ( wieder ) geeignet sind ein Kraftfahrzeug sicher und zuverlässig zu führen. Sie sind der Auftraggeber des Gutachtens, sie bezahlen es und es gehört Ihnen. Eine direkte Zusendung an die Behörde bedarf Ihrer Zustimmung. Die Höhe der Gebühr für die Untersuchung ist gesetzlich festgeschrieben und bundesweit gleich.

 

Wer gibt ein MPU-Gutachten in Auftrag ?

1.) Fahrer, die z. B. wegen einer Fahrt unter Alkoholeinfluss mit einer sehr hohen Blutalkoholkonzentration verurteilt worden sind ( in der Regel ab 1,6 Promille ) oder

2.) Fahrer, die wiederholt wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss innerhalb 10 Jahren bestraft worden sind ( Die gilt auch , wenn man als Radfahrer oder Fußgänger auffällt ) oder

3.) Fahrer, die durch wiederholte Verkehrsverstöße einen sehr hohen " Punktestand " beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg haben ( 18 Punkte )
Die Fahrerlaubnis wird für 6 Monate eingezogen ( MPU vor Neuerteilung der Fahrerlaubnis )
oder

4.) Fahrer, bei denen Hinweise auf eine Drogenproblematik vorliegen. ( Begründeter Verdacht auf Drogenkonsum oder der Konsum ist bewiesen - ärztl. Gutachten ist ausreichend - sowie bei Verkehrsteilnahme unter Drogeneinfluss und nach Entzug der Fahrerlaubnis wegen Drogenmissbrauch.

5.) Fahrer mit begangenen Straftaten ( z. B. Fahren ohne Führerschein, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Versicherungsbetrug mit Hilfe eines Kfz. Evtl. auch Personen, die durch erhöhtes Aggressionspotential < auch außerhalb des Straßenverkehrs > auffallen.)

 

BEI ALKOHOL- UND DROGENABHÄNGIGKEIT MUSS DER NACHWEISS EINER ERFOLGREICHEN ENTZIEHUNGSKUR, MINDESTENS 1 JAHR ABSTINENZ, SOWIE EIN POSITIVES GUTACHTEN EINES FACHARZTES MIT VERKEHRSMEDIZINISCHER QUALIFIKATION ERBRACHT WERDEN.

 

Der Ablauf der MPU

 

In der Regel hat die Untersuchung drei Teile:

 

1.) Mit den psychologischen Tests werden die Fähigkeiten erfasst, die man zum sicheren Fahren braucht. Z. B. Reaktions-, Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit. Jeder Test wird Ihnen an einem Testgerät genau erklärt und kann erst dann beginnen, wenn Sie ihn vollständig verstanden haben. In einem Punkt kann man Sie ganz gewiss beruhigen: Fehlerlosigkeit wird nicht erwartet. Ein durchschnittliches Ergebnis genügt vollkommen.

 

2.) Die medizinische Untersuchung prüft, ob körperliche Beeinträchtigungen vorliegen, die das sichere Fahren ausschließen. Sie verläuft ähnlich wie beim Internisten. Bei der Untersuchung wird zunächst der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen untersucht. Neben dem Bewegungsapparat und dem Nervensystem gehören dazu auch die Reaktionsfähigkeit sowie die Belastbarkeit des Betroffenen. Bei Alkohol- bzw. Drogenauffälligkeiten ist eine Blutentnahme erforderlich. Bei der medizinischen Untersuchung sollten Sie auch die Werte der regelmäßig durchgeführten Labortests vorlegen.

 

3.) Das psychologische Gespräch ist ein besonders wichtiger Teil der Untersuchung. In dem ausführlichen Gespräch mit dem Psychologen erhalten Sie genügend Zeit, um die Zweifel an Ihrer Verkehrseignung auszuräumen. Hier untersucht der Psychologe in einem Gespräch auch den Lebenslauf des Betroffenen und stellt u. a. Fragen in Zusammenhang mit Elternhaus, Ausbildung, Beruf, Familienstand, Trinkgewohnheiten und entsprechenden Entwicklungen seit der Alkoholfahrt. Es wird abgeklärt, ob eine Wiederholung des Fehlverhaltens wahrscheinlich ist. Um hier bestehen zu können, müssen die " inneren und äußeren Auslöser " des Fehlverhaltens vom Betroffenen erkannt worden sein. Standardfragen gibt es bei der MPU nur wenige. Die meisten Fragen ergeben sich eher aus Ihren Antworten, d. h. der Psychologe hinterfragt Ihre Antworten.
Alkoholauffällige Teilnehmer scheitern hier besonders oft.

 

Besonderheiten bei einer MPU im Zusammenhang mit Alkohol

 

Hierbei wird besonderer Wert darauf gelegt, ob von dem Betroffenen zu erwarten ist, dass er in Zukunft kein Kraftfahrzeug unter Einfluss von Alkohol führen wird. Im Mittelpunkt der Befragung stehen somit Ihre jetzigen - veränderten - Alkoholkonsumgewohnheiten, im Vergleich zu den früheren " zügellosen ".

  www.worldvision.de

 

Der Betroffene sollte offen und ehrlich über seine früheren negativen Verhaltensweisen im Straßenverkehr, sowie wahrheitsgemäß über die früheren Trinkgewohnheiten berichten. Dazu gehört natürlich zunächst, dass man ehrlich zu sich selbst sein kann. Damit hat der Psychologe die Möglichkeit zu erkennen, dass man zu einer selbstkritischen Betrachtung des eigenen Verhaltens in der Lage ist und dass man sich und ihm nichts vormacht. Es reicht jedoch nicht aus, nur über die äußeren Umstände zu sprechen, die Einfluss auf die negative Verhaltensweise im Straßenverkehr hatten. Man sollte darstellen können, dass man einsieht, welche falsche Herangehensweise eine " Flucht in den Alkohol " zur Problembewältigung ist. Denn nicht jeder Mensch, der in Schwierigkeiten gerät und bestimmte Probleme hat, greift automatisch zur Flasche. Es ist also besonders wichtig, dass der Betroffene seine persönlichen Charakterschwächen deutlich erkannt, und ein persönliche Vermeidungsstrategie entwickelt hat.

 

Negatives Gutachten

 

Der Betroffene ist selbst Auftraggeber des Gutachtens und erhält es auch im Regelfall auch persönlich zugesandt. Erhalten Sie das Gutachten persönlich, haben Sie bei einem negativen Gutachten die Möglichkeit, eventuelle Gegenmaßnahmen zu ergreifen, ohne dass das Gutachten in die Führerscheinakte kommt ( und dort 10 Jahre verbleibt ).

 

Andererseits kann es auch sinnvoll sein, ein negatives Gutachten der Behörde vorzulegen, sofern es nachvollziehbar ist, um sich dort besser nach dem weiteren Vorgehen zu erkundigen und positive Entwicklungen besser darstellen zu können. Auch wenn nur ein Teilbereich der Befunde auffällig war, kann die Behörde in Kenntnis des Gutachtens eventuell beim nächsten mal eine engere gefasste Fragestellung wählen, was Gebühren sparen hilft. Die Entscheidung treffen Sie jedoch selbst.
Für den Fall, dass ein negatives Gutachten erstellt wird, sollte der Antrag auf Neuerteilung einer Fahrerlaubnis zurückgezogen, oder eine Verlängerung beantragt werden. Mit Zurückziehung des Antrages endet das laufende Verwaltungsverfahren. Damit wird vermieden, dass die beantragte Fahrerlaubnis versagt und eine entsprechende Verfügung beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg eingetragen wird.
Spätestens beim Erhalt eines negativen Gutachtens sollte man die Chance wahrnehmen, seine Situation mit seriösen Fachleuten zu besprechen.

 

Wie geht es nach der Untersuchung weiter ?

 

Nach Abschluss der Untersuchung erstellen Arzt und Psychologe das Gutachten. Üblicherweise wird das Gutachten direkt an Sie persönlich geschickt. Sie entscheiden dann selbst, ob Sie es der Führerscheinstelle vorlegen: Die Fragestellung der Untersuchung wird eindeutig beantwortet, in bestimmten Fällen kann die Teilnahme an einem Kurs nach dem Modell LEER oder I.R.A.K empfohlen werden. Mit dieser Kursteilnahme können noch bestehende Bedenken ausgeräumt werden.


Noch einige Tipps:

 

Bitte rechnen Sie mit einer Untersuchungszeit von ca. 4 Stunden. Man verlässt sich darauf, dass Sie auch zu dem vereinbarten Termin kommen; die Untersuchungsgebühr kann verfallen, wenn die Untersuchung durch Ihr Verschulden nicht durchgeführt werden kann. Setzen Sie sich daher selber nicht zeitlich unter Druck und vereinbaren Sie möglichst am gleichen Tag keine weiteren Termine.

Wenn Sie beim Führen eines Kraftfahrzeuges Sehhilfen ( Brille, Kontaktlinsen ) benötigen, bitte mitbringen. Es wird empfohlen, einen (gerichtlich anerkannten) Dolmetscher mitzubringen, wenn Sie sich in der deutschen Sprache nicht ausreichend sicher fühlen. Denken Sie an das ausführliche psychologische Gespräch.

  1&1 DSL


Noch Fragen ?

 

Besuchen Sie das kostenfreie Informationsgespräch vor der MPU. Die aktuellen Termine erfahren Sie bei der Medizinisch-Psychologischen-Untersuchungsstelle des TÜV - Telefonanruf genügt! Ihre Ansprechpartner für unsere Region erhalten Sie anschließend.
Auf Wunsch können Sie auch mit einem der Fachleute ein Beratungsgespräch unter vier Augen führen. In diesem Gespräch kann auf Ihre persönliche Situation detailliert eingegangen werden.

Dieses Gespräch ist kostenpflichtig !!!!

 

 

 

 

mehr zu diesem Thema erfahren Sie in der Themenauflistung

siehe auch:

- Kurs zu § 70 FeV zur Wiedererlangung der Kraftfahreignung

- Was ist Alkohol

- Was Abhängigkeit bedeutet

- Wirkung des Alkohols

- Erste Schritte zur Abstinenz

- Gefährdung / Missbrauch