+++ Haben Sie sich auch schon die Frage gestellt - "Bin ich Alkoholiker oder bin ich Co-Alkoholiker" - was ist das ? Wie kann ich mir, meinem Angehörigen, Kollegen oder Freund helfen ? Diese Seite gibt Ihnen umfangreiche Antworten auf Ihre Fragen und hilft Ihnen, sich über dieses Thema ausführlich ( mit umfangreichen Beiträgen - die einen Großteil der Thematik abdecken -, Videos und ausgewählten Links ) zu informieren - egal wo oder wie Sie leben. Sie haben hier die Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkohol, Alkoholismus und Abhängigkeit vertraut zu machen. +++

 

 


 
 
 
 
 

Die meisten Menschen benützen ihre Jugend, um ihr Alter zu ruinieren. - Jean de la Bruyère

 
  
 

Schätzungsweise sind 250.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis ca. 25 Jahre in der BR Deutschland Alkoholabhängig oder stark Alkohol-gefährdet.

Obwohl das Jugendschutzgesetz den Verkauf und die Abgabe alkoholischer Getränke an Jugendliche unter 16 bzw. 18 Jahren verbietet, ist es in der Regel nicht besonders schwer, an Alkoholika zu gelangen.


 

Dies liegt auch oft an dem ziemlich laschen oder gleichgültigen Umgang mit dem Gesetz bei den Handels- und Gastronomischen Betrieben.

Im Alter zwischen 10 und 14 Jahren trinken Kinder bzw. Jugendliche in der Regel zum ersten Mal selbst Alkohol.



 

Meist geschieht dies mit Billigung Erwachsener auf Familienfeiern o. ä. In den folgenden Jahren bildet sich dann ein Konsumverhalten aus, das in den Grundzügen meist lebenslang beibehalten wird. Stark geprägt wird dieses Konsumverhalten durch das soziale Umfeld ( Jugendgruppen, Sportvereine u. ä. ), den Freundeskreis ( Clique ) sowie den Eltern. Das Durchschnittsalter für den ersten Alkoholrausch liegt bei 15,5 Jahren. Im Jahr 2004 gaben zehn Prozent der Befragten 12- bis 15-Jährigen an, in den letzten drei Monaten mindestens einen Alkoholrausch gehabt zu haben.

Es ist auch keineswegs so, dass nur Jugendliche aus Problemfamilien bzw. -gruppen von dieser Problematik betroffen sind, sondern vor allem Jugendliche aus so genannten " gut bürgerlichen Familien " mit einem normalen bzw. guten Bildungs- und Informationsstand.

 

 

Auch das Alter, in dem Kinder und Jugendliche beginnen, Alkohol zu trinken, spielt eine große Rolle. Je jünger sie sind, desto größer ist die Gefahr von Missbrauch und Abhängigkeit. Jugendliche sind organisch wesentlich anfälliger als Erwachsene. Die Reifung des Gehirns - das Organ, dass am stärksten durch den Alkohol gefährdet wird - dauert im Durchschnitt bis zum 20. - 25. Lebensjahr.

Besorgniserregend ist die Aussage des Essener Biologen Dr. Axel Leibstein: “Beginnt der Alkoholmissbrauch mit 25 Jahren, braucht es durchschnittlich 10-12 Jahre, ehe es zu einer Abhängigkeit kommt. Beginnt der Missbrauch dagegen schon mit 15 Jahren, dauert der Übergang in eine Abhängigkeit im Mittel nur 5-6 Monate."

 

Jugendliche haben viele Gründe zu trinken:
 
- Sie möchten etwas erleben,
- dazugehören ( Gruppenzwang ),
- als Statushandlung, da in der Erwachsenenwelt derjenige viel gilt, der viel trinken kann,
- die Langeweile überwinden,
- die Belastungen und großen Anforderung in Schule oder Ausbildung mit Alkohol erleichtern,
- oder sie haben keine Zukunftsperspektive.
 
Alkohol wird auch gezielt eingesetzt, um die seelische Befindlichkeit zu verändern. Angst und Hemmungen sollen abgebaut, Spannungen vermindert und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.
Die Wirkung des Alkohols macht dies - scheinbar und nur für kurze Zeit - möglich.

 

Eine Auseinandersetzung mit der unbefriedigenden Situation bzw. den Problemen wird durch diese kurzfristige Scheinlösung jedoch verhindert und der Jugendliche lernt nicht, sich den Problemen zu stellen und eine Lösung zu entwickeln, bzw. Belastungen auszuhalten. So erschwert der Alkohol die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit und mit fortschreitender Gewöhnung werden Belastungen immer weniger ertragen. Bei der Entwicklung zur Sucht existiert ein Ursachendreieck bestehend aus Droge, Persönlichkeit und Umwelt. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Persönlichkeit den Hauptausschlag für die Entstehung einer Sucht gibt. Die Umwelt ( z. B. soziale Verwahrlosung, Werteverluste und falsche Vorbilder ) ist für sich allein betrachtet, keine Ursache im eigentlichen Sinn, sondern hat vielmehr einen mehr oder weniger starken Einfluss auf die Persönlichkeit. Die Droge selbst ist im Wesentlichen austauschbar.

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Es ist jedoch auch so, dass man oftmals vergeblich nach gewichtigen Gründen für diesen massiven Alkoholmissbrauch sucht. Vielfach ist dies auch darauf zurückzuführen, dass die Jugendlichen - besonders bei hochprozentigen Getränken - die Auswirkungen nicht einschätzen können und auch ihre Grenzen nicht kennen. Zudem kommt dazu die Unbekümmertheit, Übermut und Imponiergehabe. Jugendliche denken im Allgemeinen nicht an Tod oder Krankheit und dass es auch sie in ihren jungen Jahren treffen kann. Dies trifft immer die Anderen.

 

 
Besonders gefährdet, vom Alkohol abhängig zu werden sind Jugendliche, die unter schweren Belastungen leiden. Seien dies tiefer liegende persönliche Probleme wie große Unsicherheit, Versagensangst und Einsamkeit oder extreme Lebenserfahrungen wie (sexuelle) Missbrauchs- und Gewalterlebnisse. Häufiger oder gar täglicher Alkoholkonsum und Betrunkensein sind Warnsignale, auf die Eltern aber auch die anderen erwachsenen Bezugspersonen unbedingt reagieren sollten.
 
Eine große Gefahr sind nicht nur die so genannten Alkopops die durch Ihren süßen Geschmack vor allem auch sehr junge Menschen anziehen und der doch sehr hohe Alkoholanteil und -geschmack überlagert und so nicht mehr wahrgenommen wird.
 
Verwerflich und Gefährlich sind auch die recht zwielichtigen Angeboten einiger Veranstalter wie z. B. Flatratesaufen - d. h., dass für einen bestimmen Sockelbetrag ( z. B. 10 € ) soviel getrunken werden kann, wie man will. Der geringe Preis alkoholischer Getränke verleitet die Jugendlichen in extremen Masse zum Missbrauch.

 

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Hier beginnt der Gesetzgeber jetzt einen Riegel vorzuschieben, jedoch ist die Gefahr damit noch lange nicht gebannt. Der Trend zum so genannten Vorglühen nimmt auch immer bedrohlichere Formen an. Vorglühen heißt, dass man sich bereits bevor es in die Disco- oder auf die Party geht, mit harten Spirituosen ( oft gemischt mit Red Bull, O-Saft usw. ) in "Stimmung trinkt".

Eine besondere Abart des Alkoholmissbrauchs hat sich in den letzten Jahren entwickelt - diese Trinkexzesse werden als " Binge-Drinking " auch Wochenend- oder Rauschtrinken - bzw. Komasaufen bezeichnet. Hier treffen sich Jugendliche einfach nur, um sich - Grundlos - innerhalb kürzester Zeit und bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken. Der Begriff hat seinen Ursprung in der englischen Trinkkultur - ( siehe Geschichte des Alkohols )

 

Es müssen immer wieder junge Menschen sterben oder gesundheitlich stark geschädigt werden, weil dieser Gefahr erst dann wieder Aufmerksamkeit gezollt wird, wenn etwas passiert ist und skrupellose Erwachsene wieder ein Geschäft höher Bewerten, als Ihre moralische Verantwortung - oder durch verantwortungslose Gleichgültigkeit solche Vorkommnisse erst ermöglicht werden, was nicht minder verwerflich ist.

Im Jahr 2007 mussten 23165 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 20 Jahren wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Dies sind 20 % mehr als im Vorjahr. Noch im Jahr 2000 waren es weit weniger als halb so viele. Besonders tragisch ist es, dass 3779 Kinder erst im Alter zwischen 10 und 15 Jahren waren. Zum ersten Male sind auch mehr Mädchen als Jungen eingeliefert worden. 2013 sind es fast 23300. 12,8 % weniger als 2012. Diese Zahlen sind alarmierend und können nur zum kleinen Teil die Tragik wiedergeben, die hinter diesen nackten Zahlen stehen.

 

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Die Absicht des produzierenden Alkoholgewerbes, Ihren Absatz zu halten, wenn nicht sogar zu stärken zielt offensichtlich darauf ab, durch offensive und aggressive Werbestrategien und die entsprechenden Produkte vor allem ein junges ( d. h. Jugendliche oder junge Erwachsene ) Publikum anzusprechen. Ein Werbeverbot allein oder einen Warnhinweis auf alkoholischen Getränken kann aber sicher dieses Problem nicht lösen. Es würde jedoch ein Zeichen gesetzt und im Verbund mit anderen - sinnvollen - Maßnahmen helfen, gegen diesen Missbrauch vorzugehen. Denken Sie daran, viele dieser heutigen Jugendlichen sind die Alkoholkranken von morgen.



Die Gefährdung der Jugendlichen erstreckt sich jedoch nicht nur auf die körperlichen und sozialen Folgen von Alkoholmissbrauch. Alkoholisierte Jugendliche können auch immer Opfer, sowie Täter einer Straftat sein. Sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, sowie Verkehrsstraftaten uvm.

Solche Vorkommnisse unter Alkoholeinfluss können einem jungen Men-schen das ganze Leben ruinieren oder ihn doch das ganze Leben belasten.

Für junge Frauen unter Alkoholeinfluss kann es zu ungewollten Schwangerschaften kommen und somit eine entscheidende Wende in der persönlichen Lebensplanung sein.

 

Den Jugendlichen - egal ob männlich oder weiblich - möchte ich sagen: Ihr seid stets bestrebt, dem anderen Geschlecht zu gefallen und ihr tut alles dafür. Es wird gestylt was das Zeug hält, auf die Frisur wird genau so viel Augenmerk gelegt, wie auf eine scharfe und modische Kleidung. Ihr verbringt eine Unmenge Zeit damit, euch für den Diskobesuch vorzubereiten, zu schminken und euch auszustaffieren. Ihr quält euch mit Diäten und cremt euch ein, um eine schöne Haut zu bekommen und das alles macht ihr mit zuviel Alkohol zunichte. Ich gebe euch mal den Tipp, sich umzuschauen, welchen Eindruck ein Betrunkener / Betrunkene macht. Wollt ihr wirklich so aussehen und so einen Partner haben ?

 

Auch wenn ihr es nicht hören wollt oder dies verdrängt - " Alkoholismus ist eine tödliche Erkrankung, die nicht geheilt, sondern nur gestoppt werden kann ". Sie kann, muss dich aber nicht treffen. Es ist jedoch von vorneherein sicherer, verantwortungsbewusst mit Alkohol umzugehen. Dies bringt euch auch in anderen Bereichen Vorteile.

 

Der Staat alleine kann dieser Gefahr nicht Herr werden. Gesetze sind vorhanden und müssen vielleicht um das eine oder andere sinnvoll ergänzt werden ( Alkoholverbot an bestimmten öffentl. Plätzen - siehe Freiburg < diese Polizeiverordnung wurde vom Verwaltungsgerichtshof BW für rechtswidrig erklärt >- oder das Verkaufsverbot von Alkohol ab 22.00 Uhr an Tankstellen, Kiosken und Supermärkten - Baden Württemberg < seit 1.3.2010 in Kraft >). Aber der Ruf nach immer neuen Gesetzen ist sinnlos, wenn schon alleine die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes flächendeckend - oder zumindest ausreichend - zu kontrollieren, aufgrund des Ausmaßes und des Personalbestandes bei Polizei bzw. Ordnungsämtern, fast unmöglich ist. Wir alle, d. h. die gesamte Gesellschaft ( Eltern, Lehrer, Ausbilder, Produzenten, Verkäufer, Gastronomen uvm. ) sind aufgefordert, nicht wegzuschauen oder nach dem Staat zu rufen, sondern selbst etwas dagegen zu tun, sonst fällt uns allen ( und mit Sicherheit vielen der Jugendlichen ) dieses Problem auf die Füße.

 

siehe auch:

- Kinder

- Straftaten unter Alkoholeinfluss

- Bundeswehr und Alkohol

- Die gesundheitlichen Folgen der Sucht