+++ Haben Sie sich auch schon die Frage gestellt - "Bin ich Alkoholiker oder bin ich Co-Alkoholiker" - was ist das ? Wie kann ich mir, meinem Angehörigen, Kollegen oder Freund helfen ? Diese Seite gibt Ihnen umfangreiche Antworten auf Ihre Fragen und hilft Ihnen, sich über dieses Thema ausführlich ( mit umfangreichen Beiträgen - die einen Großteil der Thematik abdecken -, Videos und ausgewählten Links ) zu informieren - egal wo oder wie Sie leben. Sie haben hier die Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkohol, Alkoholismus und Abhängigkeit vertraut zu machen. +++

 

 

 

Behandlungsformen der Alkoholerkrankung

 

 

Von allen Ärzten auf der Welt war Dr. Guillotin der einzige, der einen kurzen Weg zwischen Behandlung und Tod erfand. - Pierre Véron ( französischer Schriftsteller )

 

siehe auch - Behandlung

 

Die Entgiftung in einem psych. oder allg. Krankenhaus wird oft gleichgesetzt, mit der Behandlung einer Alkoholerkrankung. Dies ist jedoch nicht nur wegen der aufgewendeten Zeit der Fall. Bei einer Entgiftung werden die körperlichen Entzugserscheinungen unter Aufsicht von Fachpersonal - u. U. mit der Hilfe von Medikamenten - behandelt, nicht jedoch die seelische ( psychische ) Abhängigkeit. Dieses Thema ist sehr komplex und die Behandlung dauert einen längeren Zeitraum. Wenn nur eine Entgiftung durchgeführt wird, ist es nicht unmöglich, jedoch sehr unwahrscheinlich, auf Dauer abstinent leben zu können

 

1. Stationäre Behandlung

  ImmobilienScout24 - Wohnung, Haus zur Miete oder zum Kauf

Die stationäre Behandlung wird in Fachkliniken durchgeführt. Sie dauert in der Regel heutzutage 4 Monate. Sie kann - bei Bedarf und Genehmigung durch den Kostenträger - verlängert werden. Dies setzt natürlich auch eine ärztliche Stellungnahme voraus.

 

2. Ambulante Behandlung

Die ambulante Behandlung wird im Regelfall durch die psychosozialen Beratungsstellen der Caritas und der Diakonie durchgeführt. Die psychosoziale Behandlung kann aufgrund der fachlichen Weiterentwicklung der Hilfen für Suchtkranke in den letzten 20 Jahren in sehr vielen Fällen ambulant erfolgen. Die Vorteile einer ambulanten Therapie bestehen vor allem darin, dass der Klient / die Klientin in seinem / ihrem sozialen Umfeld verbleiben kann. Auch die Arbeitsplätze werden in der Regel erhalten werden können, da die Termine der Berufsausübung angepasst werden. Die jeder Suchterkrankung zugrunde liegenden psychosozialen Konflikte können dort bearbeitet werden, wo sie entstanden sind. Es besteht also ein größerer Realitätsbezug.

 

Eine ambulante Behandlung bei Suchterkrankungen ist für Menschen angezeigt, die in einem relativ stabilen sozialen Umfeld leben, deren gesundheitliche Folgeerkrankungen (noch) nicht ein Ausmaß erreicht haben, das eine längerfristige intensive medizinische stationäre Behandlung erforderlich ist und die in der Lage sind, mit den behandelnden Therapeutinnen / Therapeuten eine längerfristige, verbindliche Beziehung einzugehen und die vereinbarte Behandlungspläne einzuhalten.  Im Verlauf der Eingangs- und Motivationsphase wird ein differenzierter Behandlungsplan erstellt, in dem u. a. auch festgelegt wird, welche Form der Behandlung wie Einzel-, Paar-, Familien-, Gruppentherapie am besten geeignet erscheint, die zuvor festgelegten Therapieziele zu erreichen.

 

Die Angehörigen werden, wo immer möglich, in die Beratung und Behandlung mit einbezogen. Für Kinder aus Familien mit Suchtproblemen werden nach Möglichkeit spezielle Hilfeformen entwickelt und vorgehalten.

Die Dauer einer ambulanten Therapie erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. einem Jahr.

 

3. Kombitherapie

Wie der Name schon sagt, werden bei dieser Therapieform verschiedene Therapiemodelle miteinander verknüpft. Der Alkoholkranke macht zuerst eine Kurzzeittherapie, an die sich im Anschluss eine ambulante Therapie oder der Aufenthalt in einer teilstationären Tagesrehabilitation anschließt. Auch die Teilnahme an solch einer Maßnahme ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden.

 

4. Tagesrehabilitation

Für viele Menschen mit Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit ist ein stationärer Klinik-Aufenthalt nicht der richtige Weg. Eine neuere Form der Behandlung von Suchterkrankung bietet die Tagesrehabilitation.

  www.docmorris.com

 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Abstinenz wird unmittelbar im vertrauten familiären und sozialen Umfeld eingeübt.

 

- Angehörige und Arbeitgeber werden in den Behandlungsprozess einbezogen.

- Probleme des praktischen Lebens ( Behördengänge, Schuldenregulierung etc. ) werden gemeinsam angegangen.

- bisherige Selbsthilfegruppen werden eingebunden.

- neue Kontakte können nach der Therapie fortgeführt und vertieft werden.

 

Wer am teilstationären Angebot teilnehmen möchte, muss regelmäßigen Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle oder einer suchtspezifischen psychiatrischen Institutsambulanz haben, mindestens vier Wochen vor Behandlungsbeginn abstinent leben, zwischen 18 und 65 Jahren sein, nicht weiter als 45 Minuten Fahrzeit vom jeweiligen Standort entfernt wohnen und im persönlichen Umfeld Menschen haben, die stabile soziale Beziehungen ermöglichen und ihn oder sie auf dem Weg in ein suchtfreies Leben unterstützen. ( Quelle: Zieglersche Anstalten )

 

5. Kurzzeit oder Auffangtherapie

 

Diese Therapieform wird in einer Fachklinik durchgeführt. Die Dauer beträgt ca. 8 Wochen. Sie ist für  Alkoholkranke gedacht, die schon längere Therapierfahrungen vorweisen können oder aber für solche, die hier nach langer Abstinenzphase Rückfallsituationen bearbeiten wollen

 

Die Kosten all dieser Therapieformen werden von dem jeweiligen Kostenträger übernommen. Dieser kann unterschiedlicher Natur sein.  Der Antritt zu einer Therapie ist nur nach einer Kostenübernahmeerklärung durch den Kostenträger und die Erfüllung der Voraussetzungen möglich.

Bitte beachten Sie jedoch beim Lesen dieser Seite, dass nicht jeder Alkoholkranke für jede Therapie- bzw. Behandlungsform geeignet ist, bzw. die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Welche Therapieform für Sie persönlich möglich und nötig ist, müssen Sie mit den Beratern der Suchtberatungsstellen erörtern.

 

siehe auch:

 

- Behandlung

- Entgiftung

- Kostenträger

- Fachkliniken

- psychosoz. Beratungsstellen

 

 

zurück zu Alkoholinformationen-Index