+++ Haben Sie sich auch schon die Frage gestellt - "Bin ich Alkoholiker oder bin ich Co-Alkoholiker" - was ist das ? Wie kann ich mir, meinem Angehörigen, Kollegen oder Freund helfen ? Diese Seite gibt Ihnen umfangreiche Antworten auf Ihre Fragen und hilft Ihnen, sich über dieses Thema ausführlich ( mit umfangreichen Beiträgen - die einen Großteil der Thematik abdecken -, Videos und ausgewählten Links ) zu informieren - egal wo oder wie Sie leben. Sie haben hier die Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkohol, Alkoholismus und Abhängigkeit vertraut zu machen. +++

 

 


 

Ich glaube nicht an ein Schicksal, welches die Menschen unabhängig von ihren Handlungen ereilt. Ich glaube eher an ein Schicksal, welches die Menschen ereilt, wenn sie nicht handeln.

- Gilbert Keith Chesterton ( englischer Schriftsteller und Journalist )

 

 

Alkoholismus ist eine fortschreitende, über schwere körperliche und seelische Veränderungen normalerweise zum Tod führende Krankheit, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Sie hat sehr schwerwiegende soziale Folgen für den Betroffenen. Nicht nur von Medizinern, sondern auch vor dem Gesetz wird Alkoholismus als   -behandlungsbedürftige Krankheit-, deren Therapie von den Trägern der Krankenversicherungen zu übernehmen ist anerkannt. (Grundsatzurteil des Bundessozialgerichtes vom 18.07.1968).

 

Alkohol kann eine psychische ( seelische ) und physische ( körperliche ) Abhängigkeit hervorrufen. Besonders gefährlich ist Alkohol auch aus dem Grund, da er praktisch uneingeschränkt verfügbar ist und es sich um eine legalisierte Droge handelt. Der Konsum ist daher extrem weit verbreitet und erfolgt in großen Bevölkerungsgruppen regelmäßig. In erheblichem Maße ist ein "schädlicher Gebrauch" bzw. Missbrauch" - d. h. ein die Gesundheit schädigendes Konsumverhalten - zu beobachten. Der Verlauf der Alkoholabhängigkeit ist ziemlich unabhängig von finanziellen Voraussetzungen, vom Bildungsstand, vom Alter und vom sozialen Umfeld. Er führt, nach der Ankündigung durch "Gedächtnislücken", über das heimliche Trinken, über den ersten Kontrollverlust hinweg zu ganz bestimmten Verhaltensänderungen, Gefühls- und Erlebnisstrukturen, charakterlichen und intellektuellen Veränderungen.

 

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Zur Unterscheidung der Begriffe " Abhängigkeit " und " Sucht ": Von der Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) wurde der englische Begriff für Sucht ( addiction ) durch den englischen Begriff für Abhängigkeit ( dependence ) ersetzt. Abhängigkeit schließt alle seelischen und sozialen Begleit- und Folgeerscheinungen ein.

 

Da Alkoholismus immer noch gesellschaftlich geächtet ist und es schwer fällt, sich selbst zuzugeben, zu einer Gruppe zu gehören, die man vielleicht früher selbst verachtet hat, sollte Sie nicht daran hindern, Hilfe zu suchen und anzunehmen. Schämen Sie sich etwa, bei einer Grippe zum Arzt zu gehen oder bei einem Herzinfarkt einen Notarzt zu rufen? Genauso wenig, wie sich jemand eine Krebserkrankung oder Diabetes gewünscht hat, genauso wenig haben Sie sich Ihre Krankheit gewünscht und ausgesucht. Das weit verbreitete Vorurteil, ein Alkoholiker hat seine Krankheit ( etwa durch langen, übermäßigen Alkoholkonsum ) selbst verschuldet, ist auch medizinisch nicht zu halten.

 

Warum wird jemand süchtig? Bis heute ist es nicht gelungen, diese Frage in einer allgemein gültigen Form zu beantworten. Wenn ein langzeitig erhöhter Alkoholkonsum und die individuelle genetische Disposition zusammenwirken, ist dies sicher mit ein Grund. Die Suchtpersönlichkeit, die Suchtfamilie, die Suchtursache - all das gibt es nicht. Immer sind es eine ganze Reihe von Faktoren, die in dem meist mehrere Jahre dauernden Prozess der Suchtentwicklung zusammenwirken. Warum jemand süchtig wurde - das lässt sich letztlich nur durch die intensive Auseinandersetzung mit der konkreten Lebensgeschichte der / des Betroffenen begreifen. Bei Suchtkranken kann eine Toleranz nachgewiesen werden, d. h. es sind zunehmend höhere Dosen erforderlich, um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen hervorzurufen.
Alkoholabhängigkeit bzw. -sucht entwickelt sich in der Regel langsam. Die Bindung an die Droge Alkohol kann jedoch sehr stark werden und entsprechend schwer zu überwinden sein. Das Fehlen des Alkohols führt bei Abhängigen zu Entzugserscheinungen.

 

Alkoholabhängige sterben in Folge von Depressionen überdurchschnittlich häufig durch Selbsttötung.

Sie sind unfähig, Ihren Alkoholkonsum dauerhaft und in Übereinstimmung mit Ihrem Wollen zu steuern. Aber Alkoholabhängigkeit ist nicht eine Frage der konsumierten Alkoholmenge! Es gibt sowohl Alkoholabhängige, die zeitweise abstinent leben ( Quartalsäufer / Periodentrinker ) als auch solche, die zwar ihren täglichen Konsum kontrollieren können, jedoch selbst zu kurzen Abstinenzphasen unfähig sind ( Spiegeltrinker )

 

Je weiter die Alkoholabhängigkeit bzw. die Suchtentwicklung fortschreitet, desto gravierender werden die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Schäden. Sie verstärken sich teilweise gegenseitig, so dass Alkoholabhängige ab einem gewissen Punkt immer rascher auf den Zusammenbruch hinsteuern. Schuld- und Schamgefühle können zum Rückzug aus Freundschaften führen, während gleichzeitig die zunehmende Isolation zu verstärktem Alkoholkonsum führt. Oder: Nach der Trennung von der Familie werden Ernährung und äußere Erscheinung vernachlässigt, und der soziale Abstieg beschleunigt sich dadurch.

 

Beispielsweise können Menschen, die nicht lernen durften, Ihre Gefühle offen auszudrücken, versucht sein, ihre ungeliebten Gefühle durch Suchtmittelmiss-brauch zu betäuben. Auch belastende soziale und familiäre Situationen, wie Arbeitslosigkeit, Trennung oder Tod von geliebten Menschen oder Eintönigkeit des Alltags, können den Weg zu Missbrauch und Sucht ebnen. Andere Betroffene mussten in Ihrer Kindheit traumatische Erfahrungen wie die des sexuellen Missbrauchs und anderer Gewalt machen, die sie nicht verarbeiten konnten. Spaß in der Gruppe, Leichtsinn und die Suche nach neuen Erlebnissen stehen auf der anderen Seite der Skala.

 

Anfangs ist der Griff zum späteren Suchtmittel ein Erfolg: Je nach Wirkungsweise des jeweiligen Mittels ( und persönlicher Verfassung ) fühlt man sich erleichtert und entlastet, zum ersten Mal seit langem wieder richtig entspannt, ist " gut drauf ", gehört dazu. Der Alltag rückt in weite Ferne. Vielleicht erlebt man sogar Gefühle und Stimmungen, die man niemals für möglich gehalten hätte. So oder so, man fühlt sich besser als vorher.

 

Wer erst einmal gelernt hat, Stimmungen und Gefühle mit Hilfe des späteren Suchtmittels zu steuern, gerät leicht in Versuchung, dies immer häufiger zu tun. Doch der positive Effekt verfliegt in der Folgezeit immer rascher und die Fähigkeit, auf die persönlichen Schwierigkeiten angemessen zu reagieren, nimmt weiter ab. Der zugrunde liegende seelische Mangel weitet sich aus. Hinzu kommt das schale Gefühl, sich falsch zu verhalten. Der Wunsch, das Mittel zu konsumieren, ist allerdings bereits so stark geworden, dass es immer häufiger und aus völlig unterschiedlichen " Gründen " missbraucht wird - zunächst immer noch in der trügerischen Hoffnung, Wohlbefinden zu erreichen. Schließlich wird der Versuch, durch immer mehr des ungeeigneten Mittels eine bessere Wirkung zu erreichen, zum Verhängnis.

 

  www.docmorris.de

 

siehe auch:

- Das Suchtgedächtnis

- M. E. O. S.

- Abstinenz

- Behandlung

- Behandlungsformen

- Die gesundheitlichen Folgen der Sucht

 

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