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Das Suchtgedächtnis

 

 

Ja, so sind die meisten Menschen. Die Unglücksfälle schreiben sie sich ins Gedächtnis und memorisieren sie fleißig; aber das Glück, das viele Glück, beachten sie nicht... arme, arme Welt.

- Paula Modersohn-Becker ( deutsche Malerin )

 

 

Heute weiß man relativ gut über die chemischen Grundlagen der Abhängigkeit Bescheid. Wenn ein Mensch Alkohol trinkt, wird vom Körper Dopamin ausgeschüttet. Dieser Botenstoff bewirkt, dass man sich gut fühlt. So wird das Trinken mit einem guten Gefühl verbunden. Diese Erfahrung wird gespeichert, indem Netze von Nerven so umprogrammiert werden, dass diese Verbindung in Erinnerung bleibt. Alkoholmoleküle erleichtern den Lernprozess. Um das begehrte Wohlgefühl zu erreichen, verlangt das Gehirn jedoch immer größere Dosen von Alkohol und schon ein kleiner Anstoß genügt, und der Wunsch nach dem "Guten Gefühl" wird übermächtig.



Auch der Griff nach der Droge ist im Nervennetzwerk festgelegt. Das Trinken entzieht sich in zunehmenden Maße der Kontrolle und ein Suchtgedächtnis entsteht. Der Alkoholkonsum und ein damit verbundenes, erlerntes Verhalten manifestiert sich  in veränderten Gehirnstrukturen. Es gibt ein individuelles, erworbenes Suchtgedächtnis, das lebenslang erhalten bleibt.

 

Echte Heilung wäre - natürlich unter Berücksichtung der anderen Faktoren - nur durch die Löschung des Suchtgedächtnisses möglich. Dadurch, so hoffen die Forscher, sollten im Gehirn neue Verbindungen entstehen, neue Wege - und das alte Suchtgedächtnis müsste überschrieben werden durch neue Verknüpfungen.

Erstmals ist dies einer Forschergruppe um Privatdozent Dr. Jochen Wolffgramm und Dr. Andrea Heyne bei opiatsüchtigen Ratten gelungen. Was genau im Hirn der Ratten passiert, wie sich die Therapie auf Hirnstrukturen auswirkt, ist noch unklar. Aber zumindest im Tierversuch konnte das Suchtgedächtnis gelöscht werden.

Aber es wäre zum jetzigen Zeitpunkt sicher verfrüht, auf die Möglichkeit der vollständigen Heilung von Suchterkrankungen zu hoffen.

 

  www.worldvision.de

siehe hierzu auch

- M.E.O.S.

- Der Kontrollverlust

- Der Rueckfall

- Die Wirkung des Alkohols