+++ Haben Sie sich auch schon die Frage gestellt - "Bin ich Alkoholiker oder bin ich Co-Alkoholiker" - was ist das ? Wie kann ich mir, meinem Angehörigen, Kollegen oder Freund helfen ? Diese Seite gibt Ihnen umfangreiche Antworten auf Ihre Fragen und hilft Ihnen, sich über dieses Thema ausführlich ( mit umfangreichen Beiträgen - die einen Großteil der Thematik abdecken -, Videos und ausgewählten Links ) zu informieren - egal wo oder wie Sie leben. Sie haben hier die Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkohol, Alkoholismus und Abhängigkeit vertraut zu machen. +++

 

 

 



 

Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.  - Mark Twain ( US-amerikanischer Schriftsteller)

 

 

Bei einer Entgiftungsbehandlung werden unter anderem nachfolgend aufgeführte Medikamente/Wirkstoffe verwendet:

 

 

1.) Bei Alkoholentzug zur Verhinderung von Alkoholentzugssyndromen:

- Distraneurin

Wirkstoff: Clomethiazol auch bezeichnet als:
5-(2-Chlorethyl)-4-methylthiazol

Anwendungsgebiete:

schwere Schlafstörungen zu behandeln

Krämpfe zu lösen

Delirien und Entzugssymptome bei Alkoholabhängigkeit zu lindern bzw. zu verhindern

Erregungs- und Unruhezustände zu lindern

( Nicht selten besteht bei häufig auf Entzug behandelten Patienten eine Distraneurin-Abhängigkeit. In solchen Fällen wird das weniger wirksame Butyrophenon < Haloperidol, Haldol > verwendet. )

 

- Tiapridex

Wirkstoff: Tiaprid

Tiaprid zählt zu den nervendämpfenden Wirkstoffen ( Neuroleptika ) aus der chemischen Gruppe der Benzamide. Carbamazepin ist ein Anti-Epileptikum. Es hemmt die Erregbarkeit der Nervenzellen und die Erregungsausbreitung im Gehirn.

 

- Tegretal

Wirkstoff : Carbamazepin

Carbamazepin wird gegen Epilepsie eingesetzt.
 

 

  www.worldvision.de

Die Epilepsie ( Fallsucht, Krampfleiden ) ist eine Funktionsstörung des Gehirns, ausgelöst durch Nervenzellen, die unkontrolliert Impulse abfeuern. Carbamazepin ist ein Anti-Epileptikum. Es hemmt die Erregbarkeit der Nervenzellen und die Erregungsausbreitung im Gehirn.




2.) Linderung des Suchtzwanges ( " Saufzwang " )

- Campral

Wirkstoff: Acamprosat

   

- Antabus

Wirkstoff: Disulfiram

Die Verabreichung von Antabus bzw. Campral muss in ein therapeutisches Gesamtkonzept eingebettet sein, wobei der Patient voll über Wirkung und Risiken informiert sein muss. Die Verabreichung dieser Medikamente ohne Wissen des Alkoholkranken ist extrem gefährlich und stellt eine strafbare Körperverletzung dar.

Diese Medikamente - auch  "Anti-Craving"-Substanzen genannt, sind deshalb auch nur unter bestimmten Umständen und über einen begrenzten Zeitraum hinweg  - sowie von qualifizierten Personen - einsetzbar.

 

Die Anwendung von Campral bzw. Antabus ist bei Fachleuten, wie auch bei Selbsthilfegruppen umstritten, da mehr auf die psychische Behandlung gesetzt wird und nicht auf die medikamentöse Unterdrückung, die das Problem nicht löst.

Dies sind die gängigsten Mittel und werden großteils nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet. Haben Sie nähere Fragen, so wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder Ihren Apotheker, der Ihnen eine umfassende Auskunft erteilen kann.

 

Die genannten Medikamente sind keine Heilmittel in dem Sinne, dass sie die Alkoholerkrankung heilen können, sondern sie dienen einzig zur Unterstützung der Entgiftung und zur Verhinderung von Entzugssymptomen.

 

Bedenken Sie, Alkoholismus ist chronisch und kann bis zum heutigen Tag nicht geheilt, sondern nur durch Abstinenz zum Stillstand gebracht werden. Unbehandelt führt die Alkoholerkrankung bis zum Tod.

 

 

Alkoholkranke sollten besonders beachten, dass in einer Vielzahl von Arzneimitteln ( Verschreibungs-pflichtig und besonders bei "frei verkäuflichen" < z. B. gegen Erkältungen > ) Alkohol versteckt ist und dies z. T. in erheblichem Maße. Da manche Ärzte dies bei der Verschreibung nicht beachten bzw. nichts von Ihrer Suchterkrankung wissen, sollte dies jeder Suchtkranke in seiner eigenen Verantwortung berücksichtigen und dahingehend überprüfen. Machen Sie Ihren Arzt / Zahnarzt, bzw. Apotheker auf Ihre Suchterkrankung aufmerksam und fragen Sie nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Alkohol und Medikamente beeinflussen einander in unberechenbarer, manchmal sogar gefährlichen Weise. Die Wirkung des Alkohols kann z. B. um ein Vielfaches verstärkt werden aber auch gerade das Gegenteil kann eintreten, so dass z. B. die Wirkung eines Medikaments aufgehoben wird. Besonders bei älteren Menschen, die dauerhaft Medikamente einnehmen, nimmt das Problem der Wechselwirkungen zwischen Alkohol und zahlreichen Arzneimitteln in dieser Gruppe einen besonderen Stellenwert ein.

 

 

siehe auch:

- Entzugserscheinungen

- Entzugserscheinungen / Delirium / Krämpfe

- Entgiftung

- Die gesundheitlichen Folgen der Sucht

 

 

 

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