+++ Haben Sie sich auch schon die Frage gestellt - "Bin ich Alkoholiker oder bin ich Co-Alkoholiker" - was ist das ? Wie kann ich mir, meinem Angehörigen, Kollegen oder Freund helfen ? Diese Seite gibt Ihnen umfangreiche Antworten auf Ihre Fragen und hilft Ihnen, sich über dieses Thema ausführlich ( mit umfangreichen Beiträgen - die einen Großteil der Thematik abdecken -, Videos und ausgewählten Links ) zu informieren - egal wo oder wie Sie leben. Sie haben hier die Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkohol, Alkoholismus und Abhängigkeit vertraut zu machen. +++

 

 

 

 

In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er Krank.

-  Sigmund Freud ( österr. Neurologe und Begründer der Psychoanalyse )

 

In Folge von meist jahrelangem Alkoholmissbrauch kommt es fast zwangsläufig zu Schädigungen des Organismus. Jährlich sterben in Deutschland schätzungsweise 42.000 Menschen direkt oder indirekt in Verbindung mit Alkohol. Alkohol muss als ein großer Risikofaktor für die Lebenserwartung angesehen werden. Durch verschiedene Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass sich die Lebenserwartung eines nicht abstinent lebenden Alkoholikers gegenüber der eines Nichtalkoholikers um ca. 23,4 Jahre verringert.

 

Dies hat zur Folge, dass Alkoholismus die chronische Krankheit mit dem höchsten Verlust an Lebensjahren ist. Die Zahl der tatsächlichen Ursachen von Alkohol als Todesursache ist in der Dunkelziffer wahrscheinlich um ein vielfaches Höher einzuschätzen, da oftmals Alkohol als mit verursachende Todesursache nicht erkannt wird.

 

Schon lange vor dem Übergang vom Normaltrinker zum Suchtkranken kommt es durch den übermäßigen Genuss von Alkohol zu massiven Störungen, die ein deutliches Signal für den beginnenden Alkoholismus sein können. Die Empfindlichkeit gegen Alkohol ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein absolut sicherer Grenzwert der für alle gilt, kann daher nicht angegeben werden. Fachleute bezeichnen die Menge des Alkoholkonsums, der nur in Ausnahmefällen die Gesundheit schädigt bei

Frauen: nicht mehr als 20 g reinen Alkohol / täglich Männern: 30 g reinen Alkohol / täglich.

( ca. 10 g sind z. B. in einem kleinen Glas Bier bzw. Wein / Sekt oder einem Korn, )

 

Eine Faustregel für den risikoarmen Konsum lautet: für Frauen: täglich nicht mehr als 2 kleine Bier bzw. 1/8 l. Wein.
für Männer: täglich nicht mehr als 3 kleine Bier oder 0,2 l. Wein.
Ergänzend zu dieser Empfehlung an mind. 2 - 3 Tagen pro Woche auf Alkohol ganz verzichten, um eine Gewöhnung zu vermeiden.

 

Lange bevor eine Schädigung der Leber auftritt, kommt es zu Schädigungen des Magens, die oft von Ärzten nicht als Folge eines zu hohen Alkoholkonsums erkannt werden und daher jahrelang auf die Krankheitssymptome behandelt werden. Einem Arzt können jedoch auch die Blutwerte und der so genannte Gamma - GT - Wert Aufschluss darüber geben, ob evtl. Alkoholmissbrauch vorliegt, wenn er andere Faktoren ( Einnahme von Medikamenten oder sonstige krankhaften Störungen ) ausschließen kann. Bei Normaltrinkern liegt der Gamma - GT - Wert im Normbereich ( bei Männern 28, bei Frauen bis 18 ) Der MCV-Wert ( Langzeitwert ) liegt im Ref. Bereich zwischen 83 - 97 ). Bei Alkoholikern können ( müssen aber nicht ) die Werte stark erhöht sein.

 

Die Schädigung des Magens macht sich besonders durch leichte Verdauungsstörungen (Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung ) bemerkbar. Der ständige Konsum von Alkohol ( von mehr als 30 - 40 g Alkohol pro Tag, egal in welcher Form ) in Verbindung mit einer Fehlernährung schädigt massiv die Magenschleimhäute, führt zu Magenblutungen ( als Folge des Erbrechens), Schleimhautreizungen des oberen Verdauungstraktes ( Mundschleimhaut, Speiseröhre usw. ) der Schleimhäute des Dünndarms und zu chronischen Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüren, Zwölffingerdarmgeschwüren usw.). Es kommt zu erheblichen Mangelerscheinungen, Störungen der Verdauung und der Aufnahme der Vitamine und Spurenelemente, deren Transport im Blut und deren Speicherung, der Aktivierung des Stoffwechsels und schließlich der Ausscheidung.

 

Dies alles kann, in Verbindung mit Nikotin und Kaffee, zu vermehrter Karzinombildung ( Krebs ) im Mund, Rachen und Speiseröhrenbereich führen. ( Die Erkrankungsrate in diesem Bereich ist bei Alkoholikern deutlich höher als bei der restlichen Bevölkerung ). Im allgemeinen ist auch das Krebsrisiko (Magen / Darmtrakt / Leber ) und bei Frauen Brustkrebs bei übermäßigem Alkoholgenuss deutlich höher.

Menschen mit erhöhtem Krankheitsrisiko, also mit einer entsprechenden eigenen Krankheits- oder Familienvorgeschichte von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Brustkrebs, sollten deshalb Alkohol eher meiden.

 

Es kann zu Erkrankungen der Leber führen ( Fettleber, Leberzirrhose, Alkoholhepatitis, Leberschwellung ). - Frauen sind deutlich stärker gefährdet, da der weibliche Körper ( hormonell bedingt ) langsamer den Alkohol abbaut und daher deutlich anfälliger für alkoholbedingte Schädigungen ist.

 



Als Leberzirrhose ( Schrumpfleber ) bezeichnet man den völligen Verfall der Leber und ist u. a. die Folge von permanenter Alkoholvergiftung der Leberzellen. Die Schädigung ist irreversibel (d. h. nicht mehr Rückgängig zu machen ). Betroffene, die bereits an Leberzirrhose leiden, können den Verfallsprozess jedoch aufhalten, indem sie abstinent leben und evtl. eine spezielle Diät einhalten. Männer, die 40 - 60 Gramm Alkohol pro Tag trinken, haben ein sechsmal höheres Risiko, an Leberzirrhose zu erkranken als Männer, die weniger trinken. Für Männer, die 61 - 80 Gramm Alkohol täglich konsumieren, steigt das Risiko auf das über 50-fache.
Während die Lebererkrankungen in der Regel schmerzfrei sind und man sie deshalb auch oft erst spät feststellt, sind chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse - auch sie ist oft die Folge von Alkoholmissbrauch - äußerst schmerzhaft. Gleichfalls besonders gefährdet ist das
Gehirn. Jeder Rausch zerstört unwiederbringlich Millionen von Gehirnzellen. Die ersten Anzeichen sind Auswirkungen auf das Gedächtnis- und Konzentrationsvermögen, die Abnahme der Kritik- und Urteilsfähigkeit und später Auswirkungen auf die Intelligenz bis hin zum geistigen Abbau.



Chronischer Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen. Zu hoher Blutdruck kommt bei Alkoholkonsumenten doppelt so häufig vor wie bei Menschen, die keinen Alkohol trinken. Wegen des erhöhten Blutdrucks ist der Alkoholkonsum auch mit deutlich erhöhtem Schlaganfall-Risiko verbunden. Bei exzessivem Alkoholkonsum ist die Gefahr eines Hirnschlages oder mangelnder Gehirndurchblutung gegeben. 



Alkoholmissbrauch beeinträchtigt auch die Potenz und das sexuelle Erleben. Bei Frauen bestehen die hauptsächlichen sexuellen Probleme im Nachlassen des sexuellen Verlangens und Empfindens. Bei Männern handelt es sich vorwiegend um sexuelle Lustlosigkeit, Verlust der Erektion und vorzeitigem Samenerguss.

Durch zu viel Alkohol wird die Produktion der Sexualhormone schwer gestört. Beim Mann führt das oft zu Impotenz oder Hodenschrumpfung, zur Verweiblichung des Aussehens, zur Vergrößerung der Brustdrüsen und zur Schädigung des Samens. Bei Frauen erhöht bereits moderater Alkoholkonsum das Risiko für Brustkrebs.

Bei andauerndem Missbrauch wird auch die Persönlichkeit grundlegend gestört. ( Unzuverlässig, reizbar, depressiv und übertrieben eifersüchtig ). Regelmäßiger und reichlicher Alkoholkonsum beeinflusst das Blut- und Immunsystem durch direkte oder indirekte Vergiftung des Stoffwechsels und durch die mangelnde Versorgung mit wichtigen Nahrungsbestandteilen und Spurenelementen.

Die Abwehr von Infektionskrankheiten ist deshalb herabgesetzt. Infektionen wie Lungenentzündung oder TBC treten häufig als Folge von Alkoholismus auf.

 

Die Palette an Erkrankungen durch übermäßigen Alkoholgenuss ist enorm. Ihr könnt mir glauben, dass man sich bei der ständigen "Sauferei" die übelsten Dinger einfangen kann. Es ist auch die Ansicht falsch, schwere gesundheitliche Folgen könne es nur als Folge einer Alkoholabhängigkeit geben. Auch hoher gewohnheitsmäßiger Konsum birgt große Risiken und senkt die Lebenserwartung deutlich.

 

Es taucht immer wieder in den Medien auf, dass Alkohol - maßvoll getrunken - die Gesundheit fördert. Rotwein z. B. schützt vor Herzinfarkt, Bier spült die Nieren durch, Wein ist gut für die Durchblutung der Leber. Aber dies alles ist quatsch. Alkohol ist weder ein Medikament, noch dient er gar der allgemeinen Gesundheitsförderung. Bedenken Sie, Alkohol ist ein Zellgift. Es gibt keinen risikofreien Alkoholkonsum, lediglich verhältnismäßig risikoarme Trinkmengen. Alles was darüber hinausgeht, erhöht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen. Insgesamt erhöht sich das Risiko für psychische und physische Folgeschäden.

Bei Infarkt gefährdeten Männern im mittleren und höheren Alter können sehr geringe Alkoholmengen vielleicht gegen das Infarktrisiko schützen. Es gibt jedoch keinen Grund für
abstinent lebende Menschen, deshalb mit dem Trinken anzufangen.
Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren sind, neigen ohnehin nicht zum Herzinfarkt da hat Alkohol, auch in geringen Mengen, keine schützende Wirkung. Im Gegenteil: Alkohol erhöht die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken und während der
Schwangerschaft schadet Alkohol massiv dem Ungeborenen.

 

Natürlich spielen die Menge die täglich getrunken wird und die Regelmäßigkeit mit der dieses geschieht eine Rolle. Je weniger regelmäßig getrunken wird, desto geringer ist die Gefahr zu erkranken oder abhängig zu werden.
Doch bei ohnehin gefährdeten Menschen (d. h. bei einer genetischen Disposition)
können selbst geringe Mengen bei regelmäßigem Konsum ausreichen, um Abhängigkeit oder Krankheiten zu erzeugen.

Psychische Folgen: Im Verlauf eines länger dauernden Alkoholmissbrauchs oder einer Alkoholabhängigkeit kann es auch zu psychischen Beeinträchtigungen kommen, die sich beispielsweise in häufigen Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Depressionen bis hin zu einer Suizidgefährdung bemerkbar machen können. Die Suizidgefahr ist bei Alkoholikern je nach Statistik   8 - 75mal höher als in der übrigen Bevölkerung. Aggressive Impulse im Rausch, melancholische Depressionen nach dem Rausch und die Hoffnungslosigkeit angesichts der körperlichen und sozialen Folgeerscheinungen sind meist die Gründe.( siehe auch Entzugserscheinungen & Entzugssyndrome / Psychosen )

  www.docmorris.com  

 

Akute Gefahren des Missbrauchs sind zudem eine erhöhte Unfallgefahr, Vergiftungen mit Todesfolge in tiefer Bewusstlosigkeit durch Atemstillstand, Ersticken an Erbrochenem.

Vorsicht: sich steigernde Wechselwirkungen von Alkohol mit zahlreichen Medikamenten.


siehe auch:

- Was Abhängigkeit bedeutet

- Entzugserscheinungen

- schwere Entzugssyndrome < Delirium - Krampfanfälle usw. >

- Was ist Alkohol

- Wirkung des Alkohols

- Medikamente

- Suchtberatungsstellen

- Entgiftung

 

 

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